Gesund durch die Corona Krise [Teil 3] - 9 Tipps: Umgang mit Emotionen & Herz unterstützen

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Zurzeit befinden wir uns in einem weltweiten Ausnahmezustand. Ein Virus hat die gesamte Welt und das uns bekannte Leben lahm gelegt. Kann ein Virus wirklich eine derartige Bedrohung darstellen, die einen weltweiten Shutdown „rechtfertigt“ oder spielen hier Themen wie Panikmache, ein eingeschränktes Wissen biologischer Zusammenhänge und die Interessen gewisser Gruppen eine größere Rolle? Egal, was wirklich dahinter stecken mag: Überforderung, Panik und Stress scheinen die ganze Welt im Griff zu haben und stellen eine Herausforderung für alle Menschen dar.

Glücklicherweise haben die wenigsten von uns schon einmal eine derartig allumfassende Ausnahmesituation erlebt. Und genau aus diesem Grund ist es absolut verständlich, dass Angst und Panik sich wie ein Lauffeuer verbreiten. Was bedeutet das alles für unser Leben, unseren Alltag, unsere Gesundheit und die Zukunft? Was müssen wir beachten? Was dürfen wir überhaupt noch und was dürfen wir nicht mehr tun?

Für die Großzahl der Menschen stellen Angst und Panik eine weit größere Gefahr für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit dar als ein Virus!

In dieser Corona Blog-Reihe erhältst du insgesamt 22 Tipps, gesund durch die Krise zu kommen und dich trotz der Turbulenzen wohlzufühlen. Wie? Indem du dich ganzheitlich um deine Bedürfnisse kümmerst und dich stärkst – jedes deiner drei Gehirne. (Wenn du mit deinen drei Gehirnen noch nicht vertraut bist, dann kannst du hier erfahren, was dahinter steckt.)

Last but not least wenden wir uns unserem dritten Gehirn zu: Unserem Herzen. In diesem Blog geht es darum, gut für uns und unser emotionales Wohlbefinden zu sorgen und unser Herz zu unterstützen. In Teil 1 haben wir 6 Wege besprochen, deinen Körper durch diese Zeiten zu stärken und in Teil 2 erhältst du 7 Wege, mit Stress umzugehen und deine Psyche zu unterstützen.

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HERZ (Emotionen)

Wie wir unser Herz offen halten und lernen, ihm zu folgen


Die scheinbar allgegenwärtige Panik und Ungewissheit sowie das Abgeschottet-Sein gehen an niemandem spurlos vorüber. Diese Gefühle beeinflussen nicht nur unser emotionales, sondern auch unser körperliches Wohlbefinden.

Leider lernen wir in unserer Gesellschaft keine (gesunden) Wege, mit unseren Emotionen umzugehen. Im Allgemeinen lautet das Credo: tapfer weiter lächeln, nichts anmerken lassen und stark, statt verletzlich wirken. Da viele Menschen keine anderen Möglichkeiten kennen, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen, versuchen sie, diese mit verschiedenen Mitteln zu betäuben oder sich abzulenken.

Häufige Strategien dabei sind z. B. Alkohol, (Über-)Essen, Binge Watching, Social Media, Drogen, Online Gaming etc. Leider funktionieren diese aber nur kurzzeitig, da sie das wahre Problem nur unterdrücken und nicht lösen. Allgemein lässt sich sagen, dass wir Gefühlen – ganz besonders den „negativen“– ziemlich ratlos gegenüberstehen und uns daher leicht von ihnen übermannt fühlen. Aber so muss es nicht sein!

In der aktuellen Situation laufen die unangenehmen Gefühle allerdings so auf Hochtouren, dass es dringender ist als je zuvor, Wege zu lernen, mit ihnen umzugehen, damit sie die Lage nicht noch weiter erschweren.


Interesse, Akzeptanz und Anerkennung

Der erste Schritt, etwas zu ändern, ist es, herauszufinden, wo man sich aktuell befindet. Denn wenn man nicht weiß, wo man ist, weiß man auch nicht, wie man dorthin kommt, wo man lieber sein möchte.

Wenn wir uns darüber klar werden, wie wir uns gerade wirklich fühlen, ist der nächste Schritt, diesen Zustand zu akzeptieren. Sprich: nicht zu versuchen, unangenehme Gefühle zu verändern, sondern anzuerkennen, dass das die momentane Realität ist.

Wir müssen diese Gefühle annehmen und sie wirklich fühlen (ja, das braucht Mut, aber auch hier macht Übung den Meister!). Alleine durch die Tatsache, dass wir sie nicht mehr unterdrücken, vermeiden oder verändern wollen, verändern sich die Gefühle. Wenn wir sie gefühlt haben, können wir im Anschluss aktiv nach Wegen suchen, uns besser zu fühlen.


Lerne dich selber kennen

Nur wenn dir etwas bewusst ist, kannst du es verändern. Versuche dein Verhalten in stressigen Situationen zu beobachten.

  • Mach dir bewusst, was genau eine Stressreaktion in dir auslöst. Wenn es möglich ist, vermeide oder minimiere diese Stressoren.

  • Was zeigt dir die Situation darüber, was du wirklich willst und brauchst?

  • Derartige globale Notstände zeigen uns, wer wir wirklich sind – individuell als auch als gesamte Menschheit: Wer möchtest du sein und wie kannst du diese Eigenschaften in diesen Zeiten kultivieren?


Self Care – kümmere dich um dich!

In einem solchen Zustand der Überforderung, ist ganz besonders wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und so gut es geht für einander da sind. Um jedoch vollkommen für jemand anderen da sein zu können, brauchen wir aber zunächst selber genug Kraft, um sie im gewünschten Rahmen weitergeben zu können. Wenn es uns gut geht, haben wir die Energie, Andere in schweren Zeiten zu unterstützen. Daher müssen wir anfangen, unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen und uns um sie zu kümmern.

Selbstfürsorge ist in diesen Zeiten besonders wichtig. Nur wenn du gut für dich sorgst, hast du die Kraft, klar zu denken, gesund zu bleiben, mit deinen Emotionen umzugehen und Anderen zu helfen.

Überlege dir Wege, deinen eigenen „Tank“ regelmäßig zu füllen. Erstelle eine Liste mit (kleinen und großen) Dingen, die dir Spaß machen und deine Kraft-Reserven auffüllen und versuche jeden Tag etwas davon zu tun. Zum Beispiel: Feel good-Playlist erstellen, Spaziergang an der frischen Luft, Power-Nap, baden, kreativ sein, singen, tanzen, Atemübungen, aktive Entspannung, lachen, mit deinem Haustier spielen.


Einen ausführlichen Blog mit 28 hilfreichen Tipps zum Thema Self Care in Krisenzeiten findest du hier. Und in diesem Blog gibt es noch 25 weitere Tipps zum Thema Selbstfürsorge.


Dankbarkeit

Studien zeigen, dass Dankbarkeit der Faktor mit dem größten Einfluss auf die Lebenszufriedenheit ist. Sie hilft uns, eine optimistischere Sicht auf das Leben zu haben, positive Emotionen zu fühlen, schöne Erfahrungen zu genießen, besser mit Widrigkeiten umzugehen, stabile Beziehungen aufzubauen und sogar die Gesundheit zu stärken.

In der aktuellen Situation Dinge zu finden, für die du dankbar bist, erscheint vielleicht besonders schwer. Aber oft sind wir dermaßen in Sorgen und negativen Gedanken gefangen, dass wir die tollen Sachen vergessen, die wir bereits haben. Da wir nicht gleichzeitig dankbar sein und uns Sorgen machen können, ist Dankbarkeit eine tolle Möglichkeit, das negative Gedanken-Karussell zu stoppen, das uns immer tiefer in den Abgrund von Angst und Panik herabzieht. Das Gute ist, dass es nicht einmal große Dinge sein müssen, für die wir Dankbarkeit verspüren, um einen positiven Effekt zu erzielen.

Beginne, eine Dankbarkeitsliste zu führen und notiere jeden Tag 3 Dinge, für die du dankbar bist.


Im Gespräch mit deiner Angst

In Krisenzeiten ist es absolut normal und verständlich, Angst zu haben und sich Sorgen zu machen. Auch wenn Angst sich alles andere als angenehm anfühlt: Angst per se ist nichts Schlechtes. Sie zeigt uns, dass wir uns bedroht fühlen und signalisiert uns, dass wir etwas unternehmen müssen und/oder können. Letztendlich zeigt sie uns, wo etwas nicht wie gewünscht läuft und gibt uns damit einen Hinweis, was wir stattdessen wollen (meist das Gegenteil des aktuellen Zustands).

Daher ist es wichtig, deine Angst nicht von dir zu stoßen, wenn sie aufkommt. Sieh sie stattdessen als Botschafter, der dich beschützen und dir helfen will. Geh in dich und stell dir vor, dass deine Angst einen Körper und eine Stimme hat: Wie sieht deine Angst aus? Wie klingt sie? Was möchte sie dir sagen? Was braucht sie von dir? Was kannst du tun, damit sie nicht mehr um Hilfe schreien muss?

Danke deiner Angst für die Antworten, die du in diesem Gespräch erhalten hast und sag ihr, dass du dich darum kümmern wirst. Umarme sie und gib ihr das Gefühl von Sicherheit und „wir schaffen das“. Das beruhigt deine Angst und sie kann wieder gehen.


Unterstützung und Beistand

Gerade, wenn die Vorgabe „social distancing“ lautet – und wir die Nähe zu anderen Menschen mehr als alles andere auf der Welt brauchen – ist es ganz besonders wichtig, die Verbindung zu Freunden und Verwandten aufrechtzuerhalten.

Wenn wir notgedrungen isolierter sind, müssen wir andere Wege finden, die Beziehung zu anderen Menschen aufrechtzuerhalten und uns gegenseitig beizustehen. Wir können diese Zeit des gezwungenen Abstands sogar nutzen, Beziehungen zu stärken. Telefoniere mit deinen Freunden und deiner Familie oder ruft euch per Video an. Teilt offen eure Gefühle und Gedanken und gebt den Anderen einen Raum, dasselbe zu tun.

Auch mit Haustieren zu spielen ist eine tolle Möglichkeit, sich nicht so alleine zu fühlen und Unterstützung und Beistand zu spüren.


Helfen, um nicht in die Hilflosigkeit abzurutschen

Wenn du dich alleine oder überfordert fühlst, tut es unglaublich gut, Anderen zu helfen. Erstens ist es toll, jemandem zu helfen, zweitens siehst du, dass du nicht alleine bist und drittens merkst du, dass du niemals so hilflos bist, wie wir du dich zu einigen Zeiten fühlen magst. Wo kannst du helfen, selbst wenn du dich hilflos fühlst? (z. B. Einkäufe für jemanden erledigen, telefonisch ein offenes Ohr leihen, einen aufmunternden Brief schreiben etc.)

Stelle dir die Frage: Was würdest ich mir wünschen, jetzt von jemand zu bekommen? Begib dich auf die Suche nach Menschen, denen du genau das geben könntest, was du dir wünschst/was dir fehlt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Andere dasselbe Bedürfnis haben und sich entweder nicht trauen, danach zu fragen oder niemanden haben, den sie fragen könnten.


Neue Perspektiven und tiefer tauchen – was ist wirklich wichtig?

Einerseits bietet diese isolierte Phase uns die Möglichkeit, tiefere Verbindungen mit anderen Menschen aufzubauen und andererseits ermöglicht sie uns, dass wir uns Zeit für uns und unsere Bedürfnisse nehmen und tiefer in unser Inneres abtauchen können.

Einige Fragen, die dir helfen können, deine Bedürfnisse kennenzulernen und zu verstehen:

  • Was ist mir wirklich wichtig im Leben?

  • Welche Wünsche und Bedürfnisse habe ich in meinem Leben bisher ignoriert, unterdrückt oder aufgeschoben, weil ich zu beschäftigt war?

  • Wer bin ich und wer will ich sein?

  • Welche Gedanken und Gefühle verstecke ich vor anderen Menschen? Und warum?

  • Was fehlt mir in meinem Leben? Warum ist mir das wichtig? Wie könnte ich dem näher kommen?

  • Wem möchte ich am meisten sagen, dass ich ihn liebe? Warum habe ich es bisher nicht getan? Ist es das wert?

  • Was wünsche ich mir wirklich in den verschiedenen Bereichen meines Lebens: Beziehungen, Gesundheit, Freizeit, Soziales, Liebe und Romantik, persönliche Entwicklung, Spiritualität, Arbeit.

Hier kannst du noch mehr über dich erfahren: 25 Fragen, dein Leben neu zu ordnen und herauszufinden, was du wirklich willst.

Wenn du Unterstützung suchst oder noch tiefer tauchen möchtest, vereinbare hier einen Termin für ein persönliches Coaching mit mir.


Umgang mit Traumata

In diesen emotionalen Zeiten ist es gut möglich, dass emotionale Traumata – die ggf. durch die Krise getriggert werden – aufkommen. Da sie in der Vergangenheit nicht verarbeitet wurden, können sie uns jederzeit scheinbar „aus dem Blauen heraus“ überfallen und uns in ein noch größeres Loch hinabziehen.

Wenn du Unterstützung brauchst, ist es wichtig, diese auch zu suchen und (ggf. online) mit einem Coach oder Therapeuten zu arbeiten. Melde dich hier, wenn du mit mir zusammenarbeiten möchtest. Es wäre mir eine Ehre, dich auf deinem Weg unterstützen zu dürfen.

Wenn du wissen willst, wie du deinen Körper durch diese Zeiten unterstützen kannst, dann lies hier weiter. Und wenn dich interessiert, wie du mit Stress umgehen und deine Psyche unterstützen kannst, dann lies hier weiter.


Erste Hilfe Kit für die Krise mit den wichtigsten Ressourcen auf einen Blick findest du hier.


Die wichtigste Botschaft, die ich dir mitgeben möchte: Du bist nicht alleine! Auch wenn es so scheint, dass wir alle isoliert und „hilflos eingesperrt“ sind, wir sitzen alle im selben Boot. Trau dich, um Hilfe zu bitten, wenn dich die Situation überfordert! Trau dich, jemandem Hilfe anzubieten, der sie brauchen könnte und sich nicht traut, zu fragen.

Ich bin gerne bei allen Fragen für dich da! Wir schaffen das!

Lass dich von den vielen Tipps nicht überfordern. Suche dir 1-2 Punkte aus und nimm neue dazu, wenn du mehr willst oder brauchst.

Was sind deine besten Tipps, um in dieser Zeit gesund zu bleiben – sei es körperlich, psychisch oder emotional? Teile diese gerne unten mit uns in den Kommentaren.




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