Schulmedizinischer vs. ganzheitlicher Ansatz

Aktualisiert: 15. Nov 2018

... warum wir einen Paradigmenwechsel brauchen



Intuitiv wissen wir, dass unsere Gedanken und Gefühle unseren Körper beeinflussen. So kann es z. B. sein, dass wir weinen, wenn wir einen traurigen Film schauen oder, dass uns das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn wir an leckeres Essen denken. Genauso wissen wir auch, dass unser Körper unsere Gedanken und Gefühle beeinflusst. Wenn wir z. B. Schmerzen haben, sind wir oft niedergeschlagen oder gereizt.


Wer davon ausgeht, dass unsere Gedanken/Einstellungen und Gefühle keinen Einfluss auf unseren Körper haben – und umgekehrt – lässt einen großen Teil der Rechnung aus. Die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele ist wissenschaftlich belegt und wird seit vielen Jahrzehnten untersucht.[1] Andere Traditionen, wie z. B. die Traditionelle Chinesische Medizin, nutzen dieses Verständnis seit mehr als 2.000 Jahren und wenden es erfolgreich in der Behandlung und Prävention von Krankheiten an.


In der westlichen Schulmedizin wird dieser Zusammenhang bislang jedoch nur wenig berücksichtigt. Wenn im Körper etwas „kaputt“ ist, gehen wir zu einem Spezialisten/Facharzt für diesen Teil des Körpers (z. B. Gastroenterologe, Kardiologe, Neurologe etc.). Selten wird die ganze Person mitsamt Geschichte und aktueller Lebenssituation betrachtet, und es wird wenig Fokus auf die Prävention von Krankheiten gelegt. Hauptsächlich werden bereits bestehende Krankheiten behandelt, wobei es vor allem um den Umgang mit Symptomen geht. Die Suche nach deren Ursachen wird dabei häufig vernachlässigt.


Der schulmedizinische Ansatz fragt: Was läuft „falsch“ und wie kann ich das Symptom loswerden (z. B. durch Medikamente, Operationen)? Der ganzheitliche Ansatz fragt: Warum läuft etwas „falsch“ und wie kann ich die Ursache beheben?

Die Erkenntnisse der Mind-Body Medizin (Geist-Körper-Medizin) zeigen, dass alles im Körper untrennbar miteinander verbunden ist und schmeißen das alte Paradigma 1-Spezialist-für-jedes-Körperteil über den Haufen. [2], [3], [4], [5], [6] Dieser ganzheitliche Ansatz betrachtet den Menschen als Ganzes und berücksichtigt die Wechselseitigkeit aller körperlichen, psychischen, mentalen, emotionalen, verhaltensmäßigen, sozialen und spirituellen Aspekte. Damit geht er über die in der Schulmedizin praktizierte Symptombehandlung hinaus und vereint u. a. die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Medizin, Psychologie, Ernährung und Bewegung. Es geht dabei nicht nur um die Heilung von Krankheiten, sondern auch um Prävention und die Stärkung und Aufrechterhaltung der Gesundheit. Hierbei sollen die innewohnenden Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und unterstützt werden.

Die Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie ist ein zentrales Forschungsfeld in diesem Zusammenhang. Sie beschäftigt sich damit, wie Psyche, Nerven-, Hormon- und Immunsystem sich gegenseitig beeinflussen. [7], [8], [9], [10]


Ein weiteres spannendes Forschungsfeld ist die Epigenetik. [11],[12],[13] Sie zeigt, dass unsere Gesundheit nicht – wie allgemein angenommen – von fixen Genen kontrolliert wird (vgl. genetischer Determinismus). Wir lernen stattdessen, dass unser Genausdruck durch die Umwelt gesteuert wird. Gene werden durch Umwelteinflüsse entweder aktiviert oder unterdrückt. Es zeigt sich, dass unsere Gesundheit nur zu ca. 1 % durch unsere Gene und zu 99 % durch unsere Lebensweise bestimmt wird. [14] Diese umfasst sowohl das äußere Umfeld in dem wir leben, als auch das innere Umfeld, in dem unsere Zellen leben. Das bedeutet, dass Umwelteinflüsse wie z. B. Luftverschmutzung, Nahrung, Nährstoffdefizite und unsere Gedanken, einen stärkeren Einfluss auf unseren Gesundheitszustand haben als unsere Gene.


Wie stark die Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst und welche zentrale Rolle sie in der Entstehung sowie Vermeidung von Krankheiten spielt, ist bisher noch nicht zum „Mainstream“ durchgedrungen. Aktuellste Forschungserkenntnissen belegen jedoch, dass eine individualisierte Ernährung ein zentraler Schritt in Richtung Gesundheit ist. [15]


Diese und weitere paradigmen-brechenden Erkenntnisse machen ein Umdenken dringend erforderlich: Die Symptome sind nicht das Problem – sondern das, was zu ihrer Entstehung geführt hat! Der Fokus sollte daher vielmehr auf der Suche nach den Ursachen für Beschwerden liegen, anstatt auf der Unterdrückung von Symptomen. So können Krankheiten erklärt, verhindert und „im Kern“ behandelt werden.


Fazit: Gesundheit sollte ganzheitlich – auf der Körper-Geist-Seele Ebene – aufrechterhalten und wiederhergestellt werden.



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Quellen:


[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1456909/

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12665179

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1388129/

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15677394

[5] http://www.pnas.org/content/113/35/9922.full

[6] https://www.sciencedaily.com/releases/2008/07/080715152325.htm

[7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26016967

[8] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1359606

[9] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4623627/

[10] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29124696

[11] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1392256/

[12] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20944598

[13] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3752894/

[14] https://www.synergies-journal.com/synergies/2015/3/30/bruce-lipton-the-biology-of-belief

[15] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3689889/

Zuletzt abgerufen im Mai 2018

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